Lehman, Kontrahentenrisiken und toxische Strukturen schnürten den Handel ab. Preise gab es oft nur noch theoretisch, während Haircuts stiegen und Sicherheiten schwanden. Ein Stresstest muss abbilden, dass Bewertungen verzögert sind, Geld-Brief-Spannen aufklaffen und selbst sichere Papiere schwer platzierbar werden. Planen Sie Notliquidität, bewerten Sie Sicherheiten konservativ und definieren Sie abgestufte Verkaufslisten. Die Lektion bleibt: Liquidität ist kein Attribut des Instruments, sondern der Marktlaune, und sie kehrt genau dann den Rücken, wenn sie am meisten gebraucht wird.
Im Pandemie-Schock fielen gleichzeitig Aktien, Unternehmensanleihen und Teile defensiver Anlagen, während Bargeld knapp wurde. Der Drang zur Liquidität überlagerte Diversifikation. Stresspfade sollten deshalb simultane Bewegungen und Intraday-Gaps zulassen, Margin-Anforderungen berücksichtigen und Ausführungsgrenzen realistisch setzen. Wer voreilig Qualität verkaufte, verlor doppelt: Er gab Puffer ab und verpasste die Erholung. Ein belastbarer Plan wahrt Handlungsfähigkeit, priorisiert Verkäufe, hält Cash-Reserven bereit und schützt gerade jene Bausteine, die die Rückkehr zur Normalität tragen.